Expeditionsbericht
Konsumkinder und meine Wenigkeit sind von unserer Afrikaexpedition zurückgekehrt. Wie im vorherigen Artikel zu lesen, waren unsere Expeditionsziele nicht exakt die gleichen, obwohl doch einige thematische Parallelen vorhanden waren. Aber wir haben dennoch einige höchst interessante wissenschaftliche Entdeckungen gemacht.
Globale Erwärmung
Wie mussten feststellen, dass die globale Erwärmung wesentlich weiter fortgeschritten ist, als wir ursprünglich angenommen haben. In Kenya hatten wir jeden Tag ca. 30 Grad Celsius und das im Dezember! Normalerweise sollte um diese Jahreszeit Schnee liegen. Die Kenianer sind folglich Vorreiter was die globale Erwärmung betrifft. Während wir in Europa uns noch damit brüsten, dass die Durchschnittstemperatur pro Jahr um 0,5 Grad gestiegen ist, kann Kenya schon mit ca. 20-30 Grad aufwarten. Schnee gibt es dort schon länger nicht mehr. Und die haben das auch schon vorhergesehen. Die sind gar nicht erst auf den Wintertourismushype aufgesprungen. Darum haben sie jetzt keine leeren Hotelzimmer und schneelose Skipisten so wie in Mitteleuropa.
Kängurus
Zu unserem Bedauern haben wir kein einziges dieser blöden Viecher gefunden. Weder grün, noch blau, noch irgend eine andere Farbe. Jedoch lässt sich daraus ein naturwissenschaftlich hoch interessante Schlussfolgerung ableiten. Die Tiere verfügen über ein lichtdurchlässiges Tarnfell, welches sie für ihre Feinde unsichtbar macht. Dabei wird das Licht um den Körper geleitet und man sieht auf der Oberfläche des Fells, das was eigentlich dahinter liegt. Lediglich Tiere mit eingebauten Wärmebildkameras, Sonar oder olfaktorischen Ortungssystemen (Schlangen, Fledermäuse, Nashörner, etc.) stellen für die Kängurus eine Gefahr dar.
Da wir nicht damit gerechnet hatten, fanden wir in unserer 2 LKWs voller Equipment leider keine Wärmebildkamera, was das Aufspüren dieser Springbeutelviecher nahezu unmöglich machte. Auch der Versuch einen Tag lang wie wild um uns zu schießen um vielleicht zufällig ein Tier zu treffen scheiterte.
Es gelang uns jedoch ein Bild des unsichtbaren Kängurus von einem Eingeborenen zu einem sehr hohen Preis zu kaufen. Und ich möchte es hier der Weltöffentlichkeit zugänglich machen.

Wie man sehr gut erkennt ist das Känguru tatsächlich unsichtbar.
äquatoriales Strudelexperiment
Es wird ja behauptet, dass das Wasser südlich des Äquators beim Abfließen eine andere Drehrichtung hat als nördlich des Äquators.
Wir sind der Sache auf den Grund gegangen. Nach einigen Versuchen konnten wir schließlich feststellen dass es sich in Mombasa eindeutig um linksdrehende Abflüsse handelt. - Also genau gleich wie bei uns.
Das Beweisvideo: hier
(habs noch nicht geschafft hier Videos einzubetten)
Dies lässt nur zwei mögliche, logische Schlussfolgerungen zu:
1. Das alles ist Unsinn
2. Die Erde ist eine Scheibe
Alkohol und Postalkoholische Kopfschmerzen
Nach intensiven Feldstudien haben wir festgestellt, dass die Wirkung von Alkohol in Äquatornähe wesentlich geringeren Einfluss auf den Konsumenten hat als z.B. in Mitteleuropa. Dies liegt zum einen daran, dass der Alkohol wesentlich schneller wieder aus dem Körper geschwitzt wird als man ihn rein schüttet. Eine höhere Alkoholfrequenz ist auf Grund der Arbeitseinstellung des Bedienungspersonals (pole, pole) auch selten möglich. Bei der, durch die globale Erwärmung (siehe oben) verursachten hohen Temperaturen, ist ein schnelles Arbeiten aber auch vollkommen unmöglich.
Die Postalkoholischen Kopfschmerzen, wie sie in unseren Gegenden üblich sind, entfallen in Äquatornähe nahezu gänzlich. Vermutlich schwitzt man auch diese während der kurzen Schlafphasen einfach aus seinem Körper.
Eine weitere Theorie für die Wirkung von Alkohol in Äquatornähe ist aber auch die höhere Geschwindigkeit dort. Dazu gleich mehr.
“Bitte einen Sitzplatz in Fahrtrichtung”
Wie wir ja wissen dreht sich die Erde und alles darauf mit ihr. Wenn man nun in Äquatornähe ist, dreht man sich ja schneller. Warum? Ganz einfach:
Der Äquatorumfang beträgt ca. 40.000 km. Eine Umdrehung dauert 24 Stunden. Geschwindigkeit = Weg / Zeit. Daraus folgt:
40.000 / 24 = 1666 km/h
Hui! ganz schön schnell. Im Vergleich dazu: die Geschwindigkeit wenn man sich z.B. in Salzburg, Innsbruck, München oder von mir aus auch in Wien befindet beträgt “nur” 1100 km/h. Und an den Polen bewegt man sich überhaupt nicht.
Unsere Theorie:
Sollte man Alkohol konsumieren empfiehlt es sich “in Fahrtrichtung” zu sitzen. Also Blickrichtung Osten. Denn dadurch wird der Alkohol durch seine Trägheit in den hinteren Teil des Gehirns gedrückt. Dort kann er nicht viel Schaden anrichten, da sich dort eher unwichtige Regionen befinden. Wenn man aber gegen die Fahrtrichtung sitzt und trinkt, wird der Alkohol in den vorderen Bereich der Stirn gedrückt. Also in genau die Region, in der man am nächsten Tag die Kopfschmerzen fühlt.
In Äquatornähe wird der Alkohol durch die höhere Geschwindigkeit aber gleich gegen die Hirnrinde gepresst, wo über die Kopfhaut ausgeschieden wird und somit das Bewusstsein kaum beeinträchtigt.
Durch die geringere Bahngeschwindigkeit, fällt dieser Effekt in Zentraleuropa weniger gravierend aus.
Ein weiterer Beweis für unsere Theorie: Je weiter man nach Norden kommt, desto schneller sind die Menschen dort betrunken (Bsp: Skandinavier). Das liegt daran, dass die Geschwindigkeit dort so gering ist, dass sich der Alkohol im Gehirn nicht mehr in die äußeren Regionen gedrückt wird, sondern in den mittleren Bereich des Gehirns, also dem Hypothalamus und dem Kleinhirn ansammelt, wo er natürlich enormen Schaden verursacht. Warum aber z.B. Russen trotzdem massenhaft Wodka trinken können, liegt an der geringeren Umgebungstemperatur. Durch die niedrigen Temperaturen steigt die Dichte und damit die Trägheit des Alkohols im Gehirn. Diese Tatsache in Kombination mit dem “Gewöhnungseffekt” kompensiert den Einfluss der Erdrotation.
Konsumkinder und Hausmasta planen gerade eine Expedition auf einen der Pole, um diese Theorie anhand von Feldstudien zu belegen.
Alles in allem war es eine sehr erfolgreiche Expedition. Alte Theorien wurden endlich vom Thron gestoßen um neuen innovativen Denkanstößen Platz zu machen.
Das ist wahrer Forschergeist.
Am 24. Dezember 2006 um 11:15 Uhr
Nimmt eigentlich die Koerpergroesse in Aequatornaehe aufgrund der staerkeren Zentrifugalkraft ebenfalls zu und man wird um ein paar Kilo leichter? Waere interessant, dies zu wissen.
Am 28. Dezember 2006 um 03:03 Uhr
Interessant, interessant. Ich habe die hausmastersche Fahrtrichtungs-Theorie auf meiner derzeitigen Neuseeland-Expedition sofort zum Anlass genommen, mir jede Menge Flaschen alkoholischer Getränke in das Gesicht zu stecken, einmal in und einmal gegen die Fahrtrichtung. Der Effekt in Neuseeland ist zwar minimal, aber doch nachvollziehbar, wenn man es noch schafft, sich auf eben diesen Effekt zu konzentrieren.
Ein Problem in Neuseeland (oder generell in der südlichen Hemisphäre) ist jedoch, dass man hier - in Laiensprache - mit dem Kopf nach unten hängt und sich der Alkohol im Gehirn tendenziell also im oberen Teil des Gehirns ausbreitet und dadurch gewaltige Schäden verursacht. Um das Phänomen zu umgehen wurde der Versuch gestartet, Alkohol kopfüber zu trinken. Dies hatte jedoch eine solche Vielzahl an zusätzlichen Nachteilen, dass ich hier nicht weiter darauf eingehen möchte.
Die größte Schwierigkeit bei der Durchführung des Experiments und dessen Beweisführung ist jedoch, dass das zu beobachtende Organ (das Gehirn) nur durch sich selbst beobachtet werden kann. Wie wir alle wissen, ist das Experiments aber mit gewaltigen Mengen an Alkohol verbunden. Dies hat sowohl positive als auch negative Folgen:
1. Das zu beobachtende Organ (das Gehirn) erfährt eine eindeutige Änderung der üblichen Funktionsweise. (positiv)
2. Das beobachtende Organ (das Gehirn) kann aus genau demselben Grund nur verfälschte Ergebnisse wahrnehmen. (negativ)
Um ein eindeutiges und unverfälschtes Ergebnis festzustellen, wurde folgender Modellversuch unternommen:
Regel A: Ein Forscher beobachtet das Gehirn der Versuchsperson.
Regel B: Die Versuchsperson nimmt Unmengen an Alkohol zu sich.
Regel C: Der Forscher läßt sich nicht durch alkoholische oder ähnliche Substanzen ablenken, (bleibt nüchtern).
Wenn das Experiment auch zu interessanten psychologischen und soziologischen Ergebnissen geführt hat, muss ich doch leider zugeben, dass auch diese Versuchsanordnung kläglich gescheitert ist. Folgendes betrachte ich als erschwerende Faktoren:
1. Der Forscher hat selbst in nüchternem Zustand extreme Probleme, sich auf das Gehirn der Versuchsperson zu konzentrieren.
2. Die Versuchsperson, die durch diese Versuchsanordnung von dem Zwang gelöst ist, sich selbst beobachten zu müssen, wird im Laufe des Abends zunehmend unkooperativ.
3. Aus Frustration über Punkt 1 und 2 verstößt der Forscher zunächst ein bisschen, zwei Stunden später aber komplett, gegen Regel C.
4. Aus Frustration über das Gescheiterte Experiment und aus Freude über einen sehr gelungenen Feierabend wird das Experiment mit abgeänderten Regeln fortgeführt.
5. Die Rekonstruktion des Experiments am Folgetag wird erheblich erschwert durch:
5a. Siehe Punkt 1 bis 4
5b. Die dem Leser bekannten Folgen eines gelungenen Feierabends.
5c. Verstoß gegen Regel D*
*) Regel D: das Involvieren andersgeschlechtlicher humanoider Lebensformen. Wie sich später herausstellte, wurde Regel D im Laufe des Experiments und nur aus dem Grund aufgestellt, um später auch gebrochen zu werden und dem Abend eine abwechslungsreiche Wende zu geben.
Liebe Kollegen und Leidensgenossen, sollte Ihnen ein Ausweg aus dieser wissenschaftlichen Zwickmühle in den Sinn kommen, ich wäre sehr an der Lösung dieses Problems interessiert.
Mit wissensdurstigen Grüßen
Prof. Nugob
P.S: @Hanson: Das Körpergewicht in Äquatornähe bleibt (trotz der stärkeren Zentrifugalkraft) gleich. In Wahrheit nimmt das Körpergewicht natürlich ab. Jedem Äquatorreisenden muss aber dringend empfohlen werden, möglichst 20,3% des Eigengewichts durch Nahrungsaufnahme zuzunehmen, um nicht versehentlich durch die Erdrotation den Boden unter den Füßen zu verlieren und irgendwo hingeschleudert zu werden, wo man eventuell kein Hotel gebucht hat. Weiterführende Literatur siehe Abrahams, Marc: Der Einfluss von Erdnussbutter auf die Erdrotation, Birkenhäuser, 1999 ( http://www.amazon.com/Einflu%C3%9F-von-Erdnu%C3%9Fbutter-auf-Erdrotation/dp/3764359412 )
Am 28. Dezember 2006 um 09:44 Uhr
Es freut mich, dass es auch auf der Unterseite der Erde noch wahren Forschergeist gibt und dass trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ein gewagtes Experiment zumindest versucht wurde.
Die Tatsache, dass man in Neuseeland ja mit dem Kopf nach unten hängt, hat bestimmt Einfluss auf den Alkoholkonsum und dessen Wirkung.
Es ist geplant ein Expertenteam für die Durchführung einiger Feldstudien zu diesem Thema nach Neuseeland zu schicken. Vielleicht kann man das mit der geplanten Pol-Expedition verbinden. Obwohl wir in Anbetracht der neu hinzugekommenen “Kopfüber”-Variable, die Nord- und Südpol-Expeditionen gesondert durchführen müssen.
Bezüglich der Pol-Expedition wurden schon weitere wissenschaftliche Überlegungen angestellt:
Die Wirkung von Alkohol an den Polen ist vermutlich lebensgefährlich. Durch die fehlende Erdrotation, sammelt sich der Alkohol ja im mittleren, unteren Teil des Gehirns, was langfristig zum Tod führt. Eine Erklärung dafür, warum so wenig Leute in diesen Gegenden wohnen und warum Pinguine und Eisbären Antialkoholiker sind. (Bei Pinguinen bin ich mir da aber nicht so sicher).
Auf jeden Fall werden sich die Experten bald mit der “Kopfüber”-Variable beschäftigen, um die globale Alkoholverträglichkeits Theorie damit zu bereichern.
Grüße an die südliche Kopfüber Hemisphäre.
Am 28. Dezember 2006 um 09:47 Uhr
@ Anatol: nochwas. Wie fließt bei Euch das Wasser ab? Vielleicht kannst Du mir ein Forschungsvideo davon zur Verfügung stellen um zu definieren, ob die Erde nun wirklich eine Kartoffel ist oder vielleicht doch eine Scheibe.
vergelt’s Gott
Am 29. Dezember 2006 um 19:11 Uhr
[...] Die Forschungsexpedition war, wie nicht anders zu erwarten, ein voller Erfolg. Einige Teilbereiche der Naturwissenschaftlichen Literatur müssen ab heute komplett umgeschrieben werden. Bitte lest dazu den fachlichen Exkurs meines Kollegen hausmasta, der die wichtigsten Punkte in seinem Blog zusammen gefasst hat. Ein Dank auch unserem Forschungsfreund und ehemaligen Leidensgenossen Nugob, der dankenswerterweise seinen Senf selbst aus Neuseeland erfolgreich bis nach Österreich schütten kann. Ohne diese Fachdiskussion wäre die Forschung um eine Facettte ärmer. [...]
Am 7. Januar 2007 um 13:31 Uhr
[...] Wie die Konsumkinder schon berichtet haben, hat die Rally Paris Dakar wieder begonnen. Ursprünglich wollten die Konsumkinder und der Hausmasta ja auch teilnehmen. Irgendwie haben wir das Ziel aber bei unserer Kenyaexpedition aus den Augen verloren. [...]